Die Kriterien

Die Mindeststandards - "Pflicht"

2. Analyse des Portfolios nach Nachhaltigkeitskriterien

(in der Regel die drei Kernkriterien Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung, kurz ESG, vermehrt auch die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, kurz SDGs oder andere umfassende Nachhaltigkeitsbewertungen):

• Offener Fonds o.ä. Produkte aller Asset-Klassen, UCITS oder einer gleichwertigen Norm entsprechend und Vertriebszulassung in mind. einem der D-A-CH-LIE Länder

• Nachhaltigkeits-Analyse von JEDEM Titel des Portfolios

• Vorhandensein einer expliziten Nachhaltigkeits-Strategie

• Offenlegung des Portfolios

Die Fondsgesellschaft muss nachweisen, dass der Fonds die von ihm finanzierten Unternehmen und Staaten auf Nachhaltigkeitskriterien hin analysiert und sich den entsprechenden Chancen und Risiken bewußt ist.

Der Fonds muss im Zuge der EU-Offenlegungsverodnung nach Artikel 8 oder 9 eingestuft sein.

3. Grundsätzliche Kontroversen und normbasierte Ausschlüsse:

UNTERNEHMEN:

• Hersteller kontroverser Waffen (ohne Umsatztoleranz)
• Hersteller konventioneller Rüstung/Waffen (Umsatztoleranz 5%)
• Betreiber von Kernkraftwerken; Hersteller wesentlicher Komponenten für Kernkraftwerke (Umsatztoleranz 5%)
• Unternehmen, die Kohle und Uran abbauen (Umsatztoleranz 5 %) oder verstromen (Umsatztoleranz 10% bei Kohle)
• Unternehmen, die Verfahren zum Abbau und/oder Aufbereitung von Ölsanden einsetzen und/oder Fracking-Technologien herstellen und/oder anwenden (Umsatztoleranz 5%)
• Verstöße (schwerwiegend und/oder wiederholend) gegen UN-Global Compact

STAATEN:

• Unfreie Staaten (Freedom House)
• UN-Biodiversitäts-Konvention (nicht gesetzlich gebunden) oder Klimaabkommen
• Korruption (TI-CPI: Score <35)
• Atomwaffensperrvertrag (nicht gesetzlich gebunden)

Höherwertige Nachhaltigkeits-Strategien - "Kür"

Hinweis


Detaillierte Informationen zur Methodik enthalten die Verfahrensbedingungen.

Best-practice Beispiele letztjähriger Bewerbungsrunde Erläuterungen zu den hier genannten Anlageprozessen mit ihren Begrifflichkeiten sind hier auffindbar.

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Verfahrensbedingungen 2020 für das FNG-Siegel 2021

Präzisierung einiger Mindestkriterien. Darüber hinaus trägt die Methodik der anstehenden Regulatorik bereits Rechnung und verlangt nun auch formell, dass ein Produkt eine explizite Nachhaltigkeitsstrategie haben muss. Dies steht im Einklang mit der Typologie nachhaltiger Geldanlagen für die Zielmarkt-Definition nachhaltiger Finanzinstrumente, die von vielen anderen Marktteilnehmern (BVI, DK, DDV u.a.) unterstützt wird. Um dem zeitlich priorisierten Thema „fossil free“ Schritt für Schritt gerechter zu werden, werden Ansätze beziehungsweise Initiativen im Stufenmodell positiv gesehen, die zur Klimaneutralität beitragen. Die Umsatz Toleranzgrenze für Kohleverstromung fällt bei den Mindestkriterien entsprechend von 30 Prozent auf 25 Prozent. Aufgrund notwendiger Transitionspfade wird hier zukünftig Schritt-für-Schritt eine weitere Absenkung der Umsatzschwelle stattfinden. Das Ziel, Öl-basierte Verstromung (nicht Gas, da für die Transformation nötige Übergangstechnologie) neu als Mindestkriterium aufzunehmen, scheitert (noch) an der unpräzisen Datengrundlage (in der Regel berichten die Unternehmen bislang noch undifferenziert über „Öl Gas“ gemeinsam).

Da die EU-Taxonomie zur Klassifizierung ökologisch-nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten noch nicht formell verabschiedet ist und im ersten Schritt erst zwei von sechs Umwelt-Bereichen beinhaltet – die Abschwächungen der Erderwärmung und die Anpassung an den Klimawandel – ist es für die aktuelle Bewerbungsrunde leider zu früh, Produkte auf Konformität mit der EU-Regulatorik zu prüfen. Jedoch werden diesbezüglich Entwicklungen durch die Einbindung des FNG-Siegels in die aktuellen Arbeiten zur Erweiterung des EU Ecolabels auf Finanzprodukte aus erster Hand mitverfolgt und das FNG-Siegel wird entsprechend reagieren können.

FNG_Nachhaltigkeitssiegel_DE_2022_0

Verfahrensbedingungen 2021 für das FNG-Siegel 2022

– Grundbedingung für die Vermarktung nachhaltiger Gelanlagen in der EU ist die Compliance mit Artikel 8 oder 9 der EU-Offenlegungsverordnung (englisch SFDR). Das FNG-Siegel wird daher die diesbezügliche Schlüsselung des jeweiligen SRI-Produkts zu rein informativen Zwecken erfragen.

– Kohle-Verstromung: Absenkung der Umsatzschwelle von 25% auf 10%.

– Aufnahme von Tabak (Produktion mit 5% Umsatzschwelle) als Mindest-Ausschlusskriterium. Das aktuelle Konzept für die MiFID-II-SRI-Zielmarkterweiterung der drei großen deutschen Finanzverbände sieht den Ausschluss der Tabakproduktion vor. Das FNG-Siegel geht als Gütezeichen grundsätzlich über rein regulatorische beziehungsweise Zielmarkt-Anforderungen hinaus. Das FNG-Basis-Siegel soll also zumindest die Mindestausschlüsse des deutschen SRI-Zielmarkt-Konzepts erfüllen.

– Änderung des Mindest-Ausschlusskriteriums „Korruption bei Staaten“: Änderung von „40 Prozent letztplatzierten Staaten im aktuell gültigen Korruptions-Wahrnehmungsindex von Transparency International“ zu „CPI-Score unter 35“. Durch Platz-Mehrfachbelegungen ist das Kriterium mathematisch nicht immer exakt operationalisierbar. Der Wechsel auf eine genaue Punktzahl macht eine genaue Abgrenzung möglich und passt darüber hinaus besser zum Umgang mit Korruption. Korruption ist ja ein Phänomen, dessen Schweregrad besser mit einem absoluten Niveau Rechnung getragen werden kann als mit einer relativen Maßzahl. Somit wird das FNG-Siegel sachgerechter.

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Verfahrensbedingungen 2022 für das FNG-Siegel 2023

Die (leichten) Änderungen zum Vorjahr und weitere besondere Hinweise sind auf Seite 1-3 zusammengefasst.

 

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